• ... bilden
  • ... vermitteln
  • ... integrieren
  • ... kommunale Dienstleistungen

– Quelle: http://www.mz-web.de/24201640 ©2017

09.06.2016


Das ist die ehemalige Schule in Klepzig.

Foto: Rebsch

Köthen -

Das geplante Kinder- und Jugendheim für minderjährige Flüchtlinge in der ehemaligen Schule im Köthener Ortsteil Klepzig beschäftigte am Donnerstagabend den Kreistag von Anhalt-Bitterfeld in Köthen. Bei der Sitzung waren zahlreiche Anwohner zu Gast und trugen dem Gremium ihre Vorbehalte zu den Heim vor. Sie fürchten um die Wohnqualität und die Sicherheit in ihrem Quartier. Wie die MZ im Gespräch mit den Anwohnern erfuhr, hatten sie von dem Bauvorhaben erst durch einen Bericht der MZ erfahren.

– Quelle: http://www.mz-web.de/24046384 ©2017

12.05.2016

Das ist die ehemalige Schule in Klepzig.

Foto: Rebsch

Köthen -

Im Köthener Ortsteil Klepzig sollen Unbegleitete minderjährige Ausländer (Umas) in der ehemaligen Schule untergebracht werden. Darüber wird bei Facebook diskutiert. Dort heißt es auch, Mietern in der Schule sei deshalb gekündigt worden. Im Gebäude entstanden nach der Schließung mehrere Wohnungen.

BVIK ist mit Aufgabe betraut

Die MZ fragte beim Landkreis nach, der für die Betreuung und Unterbringung der Umas zuständig ist. Bei der Pressestelle hieß es, der Landkreis habe die Beschäftigungsgesellschaft BVIK mit dieser Aufgabe in der ehemaligen Notunterkunft an der Rüsternbreite in Köthen betraut. Sie ist nun ein Kinder- und Jugendheim. Das Jugendamt unterscheide nicht ausländische und einheimische Jugendliche, heißt es zur Erklärung. Ende Mai läuft die Betriebserlaubnis für das Heim aus, sagt Pressesprecherin Marina Jank. Wo die Jugendlichen aus der Rüsternbreite dann unterkommen, sagte sie nicht.

Ehemalige Schule in Klepzig

Jank bestätigte der MZ aber, dass die BVIK die ehemalige Schule in Klepzig zur Aufnahme von Kindern und Jugendlichen vorbereite. Jank deutete an, dass die Beschäftigungsgesellschaft dem Landkreis das Gebäude wohl anbieten wird. Ob das Heim in Klepzig in Betrieb geht, hänge aber davon ab, ob das Landesjugendamt die Genehmigung erteilt. BVIK-Geschäftsführer Ulrich Heller bestätigte der MZ das Vorhaben in Klepzig. Kündigungen habe es deshalb aber nicht gegeben, betonte er. (mz/kan)

– Quelle: http://www.mz-web.de/24044592 ©2017

Autor: Evelyn Jochade                                            

12.05.2016

Auch diese Herren genossen den Familientag am See in Dixförda.

Foto: Jochade

Dixförda -

Mittag ist vorüber. Die Sonne lässt es richtig krachen. Da muss es einfach ein leckeres Eis sein, denken Annabell (acht Jahre) und Mutti Anja. Mit diesem in der Hand sind es nur wenige Schritte zum Strand, wo sie sich am Ende der Grasnarbe niederlassen.

Von hier hat man einen fantastischen Blick über den See. All zu viele Gäste sind noch nicht da und Annabell saust los zum Wasser. Dessen Temperatur bewegt sich bei geschätzten sieben Grad. Spätestens als das Mädchen ihrer Mutter einige Spritzer verabreicht und diese etwas zusammenzuckt, wird das klar. Die beiden aus Großkorga machen sich einfach ein paar schöne Stunden an diesem Familientag, zu dem die BVIK gGmbH als Bewirtschafterin des idyllischen Freizeitareals eingeladen hat. Der Papa und der große Bruder sind derweil anderweitig unterwegs, obwohl besagter Tag eigentlich für die ganze Familie gedacht war.

Einen Sonderfall gibt es ganz hinten auf dem Gelände zu entdecken. Hier stehen Zelte und Wohnwagen eng beieinander und an langen biegsamen Stangen flattern bunte Fahnen. Es sind keine gewöhnlichen Camper, die hier „das schöne Fleckchen Erde“ genießen. Aus Dresden, Anhalt-Bitterfeld, aus Meißen, Chemnitz, Wittenberg und Herfurt stammen die Drachenflieger, die sich hier des Öfteren treffen, austauschen und ihrem Hobby nachgehen.

Guido Kluge, einer von ihnen, gibt sich viel Mühe, zu erklären, wie so ein Lenkdrachen funktioniert und dass es Einleiner, Zwei- und sogar Vierleiner gibt. Als sei es abgesprochen, lässt Enrico Broedner seinen Delta gerade einen Meter über dem Boden tanzen. Der Chemnitzer ist ein Virtuose auf der Nähmaschine, mit der er auf Millimeter genau die tollsten Designs und Formen zusammenfügt, die dann auch noch kunstvoll in die Luft gehen. Bei den „Drachenfliegern“, wie sie sich nennen, obwohl sie ja am Boden bleiben, spiele das Alter und das Ost-West-Thema absolut keine Rolle, sagt Guido Kluge. Der Zusammenhalt ergebe sich aus dem gemeinsamen Hobby.

So ähnlich könnten das auch Lukas Klöpping und Willi Ranke unterschreiben. Die beiden jungen Männer aus Annaburg sind, seit sie 14 Jahre alt waren, immer wieder zusammen auf Tour. Zum Familientag am Dixfördaer Badesee sind sie schon das vierte Mal. Im Wasser? Nein im See nicht, weiß Willi zu berichten. „Aber ich war heute schon in der Elster baden“, meint er nicht ohne Stolz.

Seit 20 Jahren trifft sich eine Männer-Truppe. Sie kennen sich noch aus Kindertagen, regelmäßig. Die 15 stammen aus Langenlipsdorf, Oehna, Kleinkorga, Bochow, Welsickendorf und bringen inzwischen auch ihre Kinder mit. (mz)

– Quelle: http://www.mz-web.de/23811204 ©2017

Autor: Irina Steinmann    

31.03.2016

Harken und Pflanzen. Der Naturgarten putzt sich heraus.

Foto: Thomas Klitzsch

Wittenberg -

Immer wieder stehen die Mitarbeiter im Regen. Dann aber bescheint kurz Sonne das sattgrüne Gras. Das Aprilwetter, das der späte März der Stadt beschert hat, begleitet die Arbeiten im Naturgarten, es hält sie aber nicht auf. Am Samstag, morgen schon, soll schließlich Saisonstart sein bei „Vergissmeinnicht“ am Trajuhnschen Bach. Das „Frühlingsfest“ (siehe „Start in die Saison“) markiert das endgültige Ende der Winterpause auf dem Freigelände. Neue Pfosten werden gesetzt an der Fläche für die Spaßwettkämpfe, kunterbunt bemalt liegt das Holz am Mittwoch noch zum Trocknen in der Werkstatt.

Fördertöpfe hängen höher

Vor drei Jahren, nach dem Aus für die Strukturfördergesellschaft SFW, hatte die Beschäftigungsgesellschaft BVIK, eine gemeinnützige GmbH mit Hauptsitz in Köthen, den Naturgarten übernommen, um ihn im Auftrag der Stadt Wittenberg weiterzuführen. Der duale Ansatz - einerseits Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt (noch) keine Chance haben, Beschäftigung zu bieten, und andererseits Kinder mit Natur und Umwelt vertraut zu machen - ist offenbar auch für die BVIK aufgegangen, wiewohl die Fördertöpfe seit einigen Jahren deutlich höher hängen, was den Verantwortlichen Kreativität beim Erschließen von Geldquellen abverlangt, wie Bereichsleiterin Annette Schermuck einräumt.

Stein auf Stein. Mario Bretschneider baut den Backofen neu auf. Der war im Juni zerstört worden.

Foto: thomas klitzsch

Unvorhergesehene Ereignisse wie die Verwüstung des großen freistehenden Backofens auf dem Gelände verschärfen die Lage zusätzlich. Der Ofen war im Juni 2015 durch Brandstiftung fast komplett zerstört worden. Dank EU-Mitteln und materieller Unterstützung seitens der Stadt sowie des Engagements der eigenen Mitarbeiter wie auch der ehrenamtlichen Mithilfe von Jugendlichen hoffe man nun, den Backofen bis Ende Mai neu aufgebaut zu haben, so Schermuck. Der Ofen von 1993 ist nicht irgendwas, Schermuck nennt ihn das „Herzstück“ der Anlage, die auch Lernort der Ökoschule des Landkreises ist. Noch fehlt ihm die Lehmkuppel, während sein Gemäuer gebrandmarkt bleiben wird: Die neu aufgebauten Steine sind deutlich dunkler als die roten, die beim Brand übriggeblieben waren. Trotzig aber hat man ein „Anno 2015“ in den feuchten Mörtel auf der Rückseite gedrückt - bald wird hier wieder gebacken.

Start in die Saison

Frühlingsfest am 2. April

Mit einem Frühlingsfest für die ganze Familie startet der Naturgarten „Vergissmeinnicht“ an diesem Samstag, 2. April, in die Saison. Ab 14 Uhr bis zum Abend gibt es Aktionen für alle Altersgruppen. Kinder können auf Ponys reiten, auf der Hüpfburg herumspringen und Karussell fahren. Außerdem warten verschiedene Freiluftspiele auf den Nachwuchs, es wird gebastelt und die „Goldwäsche“ öffnet wieder. Es gibt Kaffee, Kuchen, Gegrilltes und auch Knüppelkuchen.

Ein Unkostenbeitrag von 2,50 Euro pro Person wird erhoben.

Beliebter Ort für Feiern

Der Naturgarten ist mit seinen beiden „Partyräumen“ auch ein beliebter Veranstaltungsort etwa für Kindergeburtstage, vor allem für Familien, die es finanziell nicht so dicke haben. Miete fällt nicht an, es ist lediglich ein Obolus fällig, etwa für die gewünschte Tischdeko, nach deren Thema dann auch die „Schatzsuche“ auf dem Gelände gestaltet wird. Mehrere tausend Menschen, vor allem natürlich Kinder, besuchen pro Jahr den Naturgarten (Rooseveltstraße 7 a am Trajuhnschen Bach direkt neben dem Sternenstädtchen).

Ob es, wie es sich der Betreiber BVIK wünscht, eine Überdachung auch auf der großen Fläche vor dem Ofen geben wird, ist laut Schermuck noch nicht entschieden, es seien dafür Genehmigungen notwendig. Für die Vermittlung der Grundlagen des Brotbackens wie auch für die Teigherstellung gibt es ohnehin einen Extra-Raum - der „Backraum“ liegt nach einem Umzug nun praktischerweise direkt gegenüber.

Freilich lebt auch und gerade im Naturgarten „Vergissmeinnicht“ der Mensch nicht vom Brot allein. Es sprießen bereits die Tomatenpflänzchen und warten darauf, in den Boden zu kommen. Gemüse spende man im Sommer der Tafel und verkaufe es teils auch an Passanten und Besucher. Überhaupt soll das „Thema Garten wieder aufgefrischt werden“, wie Schermuck und die Leiterin des Naturgartens, Forstingenieurin und Erzieherin Christel Beutelrock, kurz vor Saisonstart angekündigt haben. Konkret geht es um einen Kräutergarten, dessen Erzeugnisse in einem Mitmachprojekt dann zu Kräuterbutter oder -quark verarbeitet und gemeinsam verzehrt würden.

Drei Jahre Arbeit

Mit dem Kräutergarten hält übrigens Luther (der im Naturgarten quasi ein eigenes Zimmer hat mit diversen Ansichten der einschlägigen Kirchen) dann auch Einzug im Freigelände: Angepflanzt werden sollen „alte“ Kräuter, solche aus der Lutherzeit. Da ist dieser Wunsch eigentlich nur logisch: „Wir suchen noch einen Luther“ für draußen, sagt Beutelrock, die Farbe der Figur wäre egal.

Über das Förderprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“, kurz Sota, für Langzeitarbeitslose unter 35 Jahren mit Handicap werden sich künftig zwei neue Mitarbeiter auch mit den Kräutern beschäftigen. Für den jungen Mann und die junge Frau aus der Nachbarschaft bedeutet dies eine feste Arbeitsstelle für immerhin drei Jahre. Bisher arbeiteten - neben vier Festangestellten, die zuvor zumeist langzeitarbeitslos waren - vor allem Bundesfreiwillige für den Naturgarten „Vergissmeinnicht“, derzeit sind es laut BVIK zehn. (mz)

– Quelle: http://www.mz-web.de/23811238 ©2017

31.03.2016

Im Sommer zeigt sich der BVIK-betreute Badesee Dixförda gut besucht. Er punktet mit sauberem Wasser, breitem Sandstrand, einem Imbiss und freiem Eintritt. Gäste nehmen dafür sogar weitere Anfahrten in Kauf.

Foto: Archiv/Mayer

Dixförda -

„Ostern war eindeutig zu früh“, sagt Ulrich Heller, Geschäftsführer der BVIK gGmbH (Bilden, Vermitteln, Integrieren, kommunale Dienstleistungen) Köthen. Er bezieht dies auf einen möglichen Öffnungstermin für den Dixfördaer Badesee und peilt im Gespräch mit der Mitteldeutschen Zeitung eher einen Saisonstart Anfang Mai an, bei dann hoffentlich vertretbaren Wasser- und Lufttemperaturen.

Unverändert, das betont Heller, werden das Badesee-Gelände mit allen seinen Angeboten und Ausleihen (von Volleyball-Netz bis Strandkorb) sowie der darauf befindliche Imbiss durch die BVIK gGmbH betreut. „Wir haben einen Fünf-Jahresvertrag mit der Stadt Jessen und den wollen wir mit vollem Einsatz erfüllen.“ Da gebe es keine Abstriche, „im Gegenteil, wir werden sogar noch ein bisschen zulegen“, sagt der Geschäftsführer und nennt als Beispiel ein Ferienlager für Flüchtlingskinder aus einer von der BVIK geführten Einrichtung in Köthen. Das soll im Sommer in Dixförda stattfinden. Außerdem haben sich auch die Drachenflieger schon wieder für ihr Sommerlager angekündigt.

Erinnerung an Lichtenburg

Die BVIK powere und investiere am Badesee Dixförda also weiter, und „im Prettiner Schloss Lichtenburg wären wir auch gern drin geblieben“, erinnert Heller noch einmal daran, dass es nicht der Wunsch seiner gGmbH war, dieses Engagement Ende vorigen Jahres einzustellen, sondern sich die Kommune dort für eine zukünftige Kooperation mit dem Jessener „Wir“-Verein entschieden habe.

„Wir wollen den April für die Saison-Vorbereitungen nutzen und dann eventuell zum 1. Mai eröffnen“, konkretisiert BVIK-Prokuristin Annette Schermuck (Wittenberg) gegenüber der MZ, die aktuelle zeitliche Schiene zum Badesee-Betrieb in Dixförda. Bis 10. April solle dann auch der Plan für etwaige Vorhaben und größere Veranstaltungen stehen.

Nutzung bleibt kostenfrei

Wie aus ihren Worten herauszuhören war, bleibe die Nutzung von Badesee und Parkplatz kostenfrei. Weshalb man für die Finanzierung des Personals auf Fördermaßnahmen zurückgreifen müsse. Zur Betreuung der Anlage sind nach übereinstimmenden Äußerungen von Ulrich Heller und Annette Schermuck zwei Frauen vorgesehen. Eine konkrete Entscheidung dazu stehe jedoch noch aus, solle aber ebenfalls Anfang April fallen. (mz/may)