Rede von Jana Spekhorstova beim CDU-Landesparteitag Sachsen-Anhalt

Als Gast des Landesparteitages der CDU Sachsen-Anhalt hielt Jana Spekhorstova folgende Rede.

Rede von Jana Spekhorstova beim CDU-Landesparteitag Sachsen-Anhalt am Samstag, 15. November 2014

Liebe deutsche Parteifreundinnen und –freunde, liebe Landesdelegierte

es ist mir eine große Ehre, sie hier als Vorsitzende der tschechischen Frauen-Union, die gestern in den Verbund der Europäischen Union der Frauen aufgenommen wurde, begrüßen zu dürfen.

Wir sind eine Partei, die die christlichen Grundwerte für die weitere Gestaltung unserer Gesellschaft für unverzichtbar hält ,für Bündnisse eintritt und die Menschen dort abholen will, wo deren Probleme sind. Wir haben eine erfolgreiche Europawahl hinter uns, aber haben in den Kommunalwahlen eine  Niederlage erlitten.

Danach haben wir uns in der Frauenunion gefragt, was wir für die Partei tun können, was können wir einbringen, damit auch die Frauen ihren Anteil bei der Wiederaufrichtung und Neuausrichtung der Partei leisten können. Wir haben vor allem diskutiert, wie wir die Verankerung im Alltag der Menschen verbessern können. Da habe ich  vorgeschlagen, von den deutschen Freunden zu lernen.

Deshalb habe ich die Gelegenheit genutzt und habe, vermittelt durch das Mitglied des Landtages Herrn Herbert Hartung, eine politische Erkundungsreise nach Deutschland in ihr Bundesland unternommen.

Ziel war es dabei, ihre Volksverbundenheit, ihre Verankerung bei den Frauen, den Senioren und der Wirtschaft zu studieren. Ich bin in Begleitung des letzten stellvertretenden britischen Botschafters in der DDR, Herrn Colin Munro, auf Einladung der Köthener Gesellschaft BVIK gGmbH hier auf einer Vortragsreise war. Er war später auch Botschafter in Kroatien und bei der OSZE in Wien. Der Botschafter hat in mehreren Gesprächen und Foren an das großartige Ereignis des Mauerfalls erinnert.

Ich habe politische Gespräche mit den Vertreterinnen einer Kreisfrauenunion im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Frau Berlin geführt. Gestern habe ich in Magdeburg mit der Vorsitzenden der Frauenunion des Landes, Frau Sabine  Wölfer gesprochen und mit ihr ein gemeinsames Projekt zwischen den Frauen aus Tschechien, Österreich und Sachsen-Anhalt diskutiert.  

Und wir wollen dieses Thema auch regional angehen. Ich sehe die enge interregionale Zusammenarbeit als Zukunft der gemeinsamen Europas, als die Rückkehr zu der Tradition, wenn sie wollen, zu den guten alten Zeiten, die der Konservative so gerne erhalten würde. Unser Land verbindet mit Deutschland eine lange Geschichte. Seit der samtenen Revolution in unserem Land 1989 verbinden uns auch grundlegend die selben Werte von Demokratie und Recht. Lasst uns voneinander lernen, die Erfahrungen der letzten Jahre teilen.  

In den letzten Tagen habe ich gelernt, dass bei ihnen die runden Tische damals dafür gesorgt haben, dass sich die meisten Kräfte bei ihnen dem demokratischen Wandel nicht verschlossen haben. Das muss uns auch in Tschechien gelingen. Wir sollten den Dialog in der Gesellschaft wieder starten.   

Liebe Freundinnen und Freunde, im Auftrag von unserem Vorstand und dem stellverträter Vorsitzenden Herrn Miroslav Kalousek habe ich gestern eine Einladung an den Fraktionsvorsitzenden ihrer Partei, Herrn Andre Schröder, überbracht, vor der Fraktion unserer TOP 09 in Prag zu sprechen und gemeinsame Aktionen zu beraten.

Ihre Kompetenz und Weitsicht können wir natürlich auch in Tschechin gebrauchen,

Herr Kalousek war ein sehr erfolgreicher Finanzminister und Fürst von Schwarzenberg ein international angesehener Außenminister. Während gegenwärtig der sozialistische Staatspräsident von uns eine Peinlichkeit nach der anderen begeht, brauchen wir die Verlässlichkeit in der Außenpolitik und Solidität der Finanzen. Und man wird es mir nicht verübeln, wenn ich die Familien-, Kultur- und Sozialpolitik noch einbringe. Denn zu der Marktwirtschaft gehört das soziale, d.h. eine Soziale Markwirtschaft. Und das, liebe Freunde, möchten wir von ihnen lernen. 

Ich wünsche ihnen einen guten Parteitag mit richtungsweisenden Beschlüssen. Danke, dass Sie mir zugehört haben!

Deshalb hätte ich nichts dagegen, wenn 2017 unsere Partei wieder in der Regierung ist.